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OB holt das Chaos ins Rathaus

Kommt mit ihm jetzt das Chaos? Dr. Norbert Menke heißt ein neuer Mann fürs Rathaus in meiner Lieblingswohnstadt Düsseldorf. Er war seit April 2014 Vorsitzender der Geschäftsführung der Leipziger Stadtholding (LVV mbH), zu der u.a. die Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH gehört. 

Geht es nach Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel soll Menke als Chef einer neuen Stabsstelle im OB-Büro die städtischen Beteiligungen steuern.

Neuer Mann kann es nicht

Dass er das nicht kann, hat er bereits in Leipzig bewiesen. Dort ist er von der Politik abgeschossen worden. Ich selbst habe hautnah erlebt, wie er ein Chaos bei den Leipziger Verkehrsbetrieben nicht beseitigte, sondern einfach wochenlang weiterlaufen ließ.

Wenn die neue Personalie für das Management des Rathauses also nicht mal ein Schuss in den Ofen wird. Wie in Leipzig die Verkehrsbetriebe agiert haben, kann ich an einem Beispiel zeigen, über das ich zwei Kolumnen geschrieben habe. Riesiges Chaos bei der Verkehrsplanung!

Streit unter Managern

Zum Führungswechsel im Leipziger Stadtkonzern berichtete die Leipziger Volkszeitung: „Mehrere Manager haben in der Vergangenheit offenbar stärker gegeneinander gearbeitet als bislang öffentlich bekannt war. Konzernchef Norbert Menke, dessen Vertrag nicht verlängert wird, hatte sich mit mehreren Geschäftsführern der großen Stadtfirmen angelegt.“

Ob Menke der richtige Mann für die Düsseldorfer Stadt-Gesellschaften ist, mag also bezweifelt werden. Jedenfalls ließen es die Leipziger Verkehrsbetriebe, die Menke ja beaufsichtigte, an Bürgernähe fehlen, wie das nachfolgende Beispiel beweist.

24/7 Stunden Verkehrschaos

Auf der Bothestraße im Leipziger Stadtteil Gohlis waren die Menschen wochenlang einem Anwohner-Mobbing ganz besonderer Art ausgesetzt: Busse, Baustellen-Lkws und der übrige Verkehr blockieren sich hier fast rund um die Uhr. Der Lärm der Motoren war unerträglich und raubt den Bürgern nachts den Schlaf. 

Chaos in Leipzig
Tag und Nacht blockierten sich die Busse und Bauwagen

Grund dafür war eine chaotische Verkehrsplanung der Leipziger Verkehrsbetriebe und der Stadtverwaltung Leipzig sowie die Untätigkeit der Polizei, die sich trotz riesigem Chaos nicht sehen ließ. Oberaufseher bei den Leipziger Chaos-Tagen: Dr. Norbert Menke.

Aufsichtsrat verpennt Chaos

Solch eine Situation sollte eigentlich einem Aufsichtsratsvorsitzenden der Verkehrsbetriebe nicht entgehen, zumal zumindest die Bild-Zeitung darüber berichtet hat. Auf Fotos erkennt man sehr gut, wie sich vor allem der Busverkehr in der schmalen Straße extrem staut. 

Vor allem nachts war das ein nicht akzeptabler Zustand. Eine Anwohnerin bereitete in ihrer Verzweiflung ihr Schlaflager im Flur ihrer Wohnung auf, der kaum größer als die Matratze war.

Anwohner selber Schuld

Die Reaktion der Verkehrsbetriebe auf eine Anfrage von mir in Kurzfassung: Die Pkw der Anwohner sind schuld. Originalton LVB: „…Seit Samstag kommt es, trotz frühzeitiger Beschilderung, immer wieder vor, dass Falschparker den Umleitungsverkehr behindern und ggf. abgeschleppt werden müssen. Die Umleitungsführung ist notwendig, damit die Busse die zahlreichen Fahrgäste an ihre Ziele bringen können. Alternative und andere sinnvolle Umleitungswege sind nicht vorhanden…“.

Organisation mangelhaft

Das stimmte nicht. Es gab alternative Routen, so dass man nicht den Hin- und Rückverkehr der Busse (siehe Fotos) gleichzeitig auf einer einzigen schmalen Straße mit einem extrem engen Kurvenbereich hätte abwickeln müssen. 

Auch hätte man die Bothestraße konsequent für das Parken von Autos sperren und durch Sicherheitskräfte rund um die Uhr kontrollieren lassen können. Aber das ist genau so wenig passiert, wie man die Anwohner vernünftig und umfassend auf die neue Verkehrssituation vorbereitet oder sich wenigstens für das wochenlange Verkehrschaos entschuldigt hat.

Der Mensch war egal

Mein Eindruck: Dem Management waren die Menschen, sprich Anwohner, vollkommen egal. In Leipzig regieren ganz offensichtlich Technokraten. Und der oberste Manager der Leipziger Verkehrsbetriebe, Norbert Menke, soll jetzt in Düsseldorf städtische Beteiligungsgesellschaften führen?! 

 Bei den Leipziger Verkehrsbetrieben, wo Norbert Menke seinen Job ein Jahr früher als geplant aufgeben musste, setzte man nach seinem Abflug auf die Kraft und Fähigkeit der eigenen Leute und holte sich keine Verstärkung mehr von außen. Es gibt doch sicher auch in Düsseldorf bessere Manager.

#Düsseldorf #RheinbahnDüsseldorf #Oberbürgermeister #Missmanagement

(Zeitgleich veröffentlicht in meinem Freitags-Blog „Auf einen Cappuccino“ im Wirtschaftsportal Business-on.de

Fotos: privat

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