Zurück zum Content

Japan-Messer für zehn Cent

Was schenkt man einem Patenkind, das 18 Jahre alt wird? Zwei Japan-Messer.

Was?! Zwei Japan-Messer?!

Es ist schwer, für eine junge Dame, die volljährig wird, das passende #Geschenk zu finden. Jemand riet mir zu einem Gutschein von H & M. Ein anderer empfahl mir, sie zu einem Essen einzuladen. Ich selbst war sicher, ein gutes Buch zu finden. Bücher sind für mich immer noch gute Geschenke. Das #Buch muss nur zur beschenkten Person passen – das ist der Trick.

Aber dann ging ich mit einer Freundin über die Gourmetmeile auf der Königsallee in #Düsseldorf. Das ist ein Treffpunkt für Restaurants und ihre Köche, die gerne ihre Küche vorstellen. Und somit ein Treffpunkt für Feinschmecker und solche, die es werden wollen.

Edles Stück hält ein Leben lang

Meine stille Hoffnung war, dass ich hier auch ein passendes Geschenk für mein #Patenkind finden würde. Und ich hatte Glück. Ich landete an einem Stand, der Japan-Messer verkauft.  Diesen Messern geht ja ein ganz besonderer Ruf voraus. Sie sollen besonders gut schneiden. Sie sollen ein Leben lang halten. Und sie sollen dem Koch quasi die Hand führen…

Was schenke ich meinem Patenkind als Grundausstattung, fragte ich also den Messer-Verkäufer Hans Moes. Zielsicher griff er zunächst nach einem Messer mit einem sehr edel gestaltetem Griff, eine Kayto-Messer, Klingenlänge 18 Zentimeter. Für Gemüse, Fleisch und andere Nahrungsmittel einsetzbar. Also ein Allrounder.

Ein Japan-Messer für alles

Meine stille Hoffnung war ja, dass er es  bei dieser Empfehlung bewenden ließ. Aber der Messer-Verkäufer griff nach einem zweiten Stück. Ebenfalls einem Kayto, Klingenlänge 8,5 aus der gleichen edlen Serie. Zum Gemüse-Putzen. Die Details:

Griff: Ergonomisch geformt. Rotes Pakkaholz, Lammelliert, Endkappe Edelstahl poliert.

Klinge: 67 Lagen Damast Stahl, Damast Struktur auspoliert, Klingenhärte: 61HRC, Klingenhöhe am Griff 2 cm, Klingenlänge 8 cm, Gesamtlänge mit Griff 20 cm, Schneidlage: VG10 Stahl, Gewicht: 80Gramm.

„Also ein Kartoffelschälmesser“, merkte ich an.

Der Verkäufer stimmte mit einem Lächeln zu: „Mit dieser Ausstattung ist ihr Patenkind bestens bedient.“

Und auch ich war reichlich zufrieden, kostete mich das Geschenkpaket doch knapp 200 Euro. Aber ich wußte ja: Japan-Messer sind teuer. Immerhin, so erfuhr ich, waren die beiden Messer preiswerter als üblich, da Moes über seine Firma Profi-Kochmesser.eu selbst die Produkte von Kayto importiert.

Messer verschenkt man nicht

Noch bevor ich bezahlen durfte, machte mich mein Messer-Verkäufer allerdings auf ein Handikap aufmerksam: „Nach einem alten japanischen Brauch darf man ein Messer nicht verschenken.“

Ich überlegt, ob ich abergläubisch bin und spürte tatsächlich ein leichtes Unbehagen bei dem Gefühl, meine Beziehung zu meinem Patenkind durch einen alten japanischen Brauch zu belasten.

„Die Beziehung zu der beschenkten Person kann dadurch Schaden nehmen. Das kann bis zur Trennung der Freundschaft gehen“, warnte Hans Moes.

Doch da hatte meine Begleiterin einen tollen Einfall: „Dann verkauft er die Messer eben für zehn Cent an sein Patenkind.“

Das geht, meinte der Verkäufer, und ich freue mich sofort auf eine schöne Geschichte, die ich in der Geburtstagskarte für mein Patenkind und in meinem Blog zum Besten geben würde.

 

(Zeitgleich veröffentlicht in meinem Freitags-Blog „Auf einen Cappuccino“ im Wirtschaftsportal Business-on.de)

Gib als erster einen Kommentar ab

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.