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#MeToo in der #EU

Sexualstraftäter gibt es nicht nur in Amerika und Deutschland. Es gibt schon lange #MeToo in der #EU.

„Unter dem Hash­tag #Me­Too be­rich­ten Tau­sen­de Frau­en in den so­zia­len Netz­wer­ken von se­xu­el­ler Be­läs­ti­gung, Überg­rif­fen, auch Ver­ge­wal­ti­gun­gen. Aus­ge­löst durch die Ver­feh­lun­gen des US-Film­pro­du­zen­ten Har­vey Wein­stein, ent­steht auf den Web­sites von Face­book und Twit­ter zur­zeit das Bild ei­nes häss­li­chen Deutsch­lands, in dem Frau­en Frei­wild zu sein“, schrieb #DerSpiegel in seiner letzen Ausgabe.

Im vergangenen Jahr habe ich in meiner #Kolumne „Auf einen Cappuccino“ im Internet-Wirtschaftsdienst Business-on.de  über eine EU-weite Untersuchung berichtet. Grund dafür war,  dass seit  Silvester 2016 in Deutschland fast nur noch über die Gewalt gegen Frauen durch Ausländer und Asylanten diskutiert wurde.  Damals war es in mehreren deutschen Städten wie Düsseldorf, Köln oder Hamburg zu zahlreichen sexuellen Übergriffen und #Gewalttaten auf Frauen durch #Ausländer oder #Asylanten gekommen.

Integrationskurs für Deutsche

Die Untersuchung befragte 42.000 Frauen in den 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union über ihre Erfahrungen mit körperlicher, sexueller und psychologischer Gewalt durch einheimische Männer und auch zu Vorfällen von Gewalt in der Partnerschaft, der sogenannten häuslichen Gewalt.

Das Ergebnis war so erschreckend, dass ich damals schon  Integrationskurse für gewalttätige deutsche Männer forderte, bevor sie auf Partnerschaften losgelassen werden.

Jede zehnte Frau – so die Untersuchung – hat seit ihrem 15. Lebensjahr eine Form der sexuellen Gewalt erfahren. Junge Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren sind besonders gefährdet. In den letzten 12 Monaten vor der Befragung haben etwa acht Prozent der interviewten Frauen körperliche und/oder sexuelle Gewalt erfahren. 24 Millionen bis 39 Millionen Frauen (das sind 13 bis 21 Prozent der in der EU lebenden Frauen) haben allein in den 12 Monaten vor der Befragung sexuelle Belästigungen erlebt.

Jede 20. Frau vergewaltigt

Jede zwanzigste Frau in der EU wurde schon einmal vergewaltigt. Etwas mehr als jede fünfte Frau hat körperliche und/oder sexuelle Gewalt entweder von dem/der derzeitigen oder früheren PartnerIn erfahren. Etwas mehr als jede zehnte Frau hat vor ihrem 15. Lebensjahr eine Form der sexuellen Gewalt durch einen Erwachsenen/eine Erwachsene erfahren.

Die deutsche Kurzfassung der Ergebnisse der EU-Umfrage können Interessierte hier nachlesen: EU-Untersuchung Gewalt gegen Frauen

Gewalt und die Folgen

Die Opfer von sexueller Gewalt leiden unter zahlreichen psychischen Folgen. Eine Langzeitfolge  ist beispielsweise der Verlust von Selbstvertrauen. Viele Opfer fühlen sich seit der Tat verletzlich und ängstlich. Die Folgen der Gewaltakte spiegeln sich gerade in den Ängsten der Frauen wider: Acht von zehn Frauen in der EU denken, dass Gewalt gegen Frauen in ihrem Land sehr verbreitet oder ziemlich verbreitet ist.

Was also bleibt zu tun, wenn man die EU-Untersuchung genau so ernst nimmt wie die Gewalttaten gegen Frauen zu #Silvester2016 und darauf angemessen reagieren will? Wir sollten uns mit den Ursachen und den Auswirkungen und vor allem der Verhinderung von sexueller Belästigung und Gewalt gegen Frauen durch die europäischen Männer befassen und notwendige Maßnahmen ergreifen.

Kein #MeToo in der #EU

Als die Untersuchung über Sexualstraftaten in der Europäischen Union veröffentlicht wurde, habe ich aber keine lauten Stimmen, keinen #Auf­schrei gehört.

Mir scheint scheint, als bräuchten wir erst ein paar Dutzend Prominente, damit auch das Leid gehört wird, das deutsche Männer deutschen Frauen, französische Männer französischen Frauen, niederländische Männer niederländischen Frauen und die Männer aus anderen europäischen Staaten den Frauen aus anderen europäischen Staaten antun.

Bittere Erkenntnis: Zu verdanken haben wir das dem US-Film­pro­du­zen­ten #Har­veyWein­stein.

(Zeitgleich veröffentlicht in meinem Freitags-Blog „Auf einen Cappuccino“ im Wirtschaftsportal Business-on.de)

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