Ja, Gesundheitsministerin! Sparen Sie uns endlich die Milliarden Euro in unserem kaputten Gesundheitssystem ein. Beweisen Sie Mut und übernehmen Sie – mindestens einen Großteil – der Sparvorschläge Ihrer Finanzkommission Gesundheit (FKG).
Der erste Bericht der Experten enthält kurzfristig wirksame Maßnahmen zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ab dem Jahr 2027: 66 Vorschläge, mit denen rund 46 Milliarden Euro eingespart werden können.
Mein Beispiel: Zweitmeinung
Die Kommission beziffert die bestehende Finanzlücke der GKV auf über 15 Milliarden Euro im Jahr 2027. Bis 2030 wird dieser Betrag Schritt für Schritt auf über 40 Milliarden Euro ansteigen. Die dann zu zahlenden Krankenkassenbeiträge kann sich kein Versicherter mehr leisten.

In der Liste der Einsparmaßnahmen empfehlen die Experten unter anderem die verpflichtende Einholung einer Zweitmeinung bei bestimmten Operationen. Dazu zählen Mandeloperationen, Eingriffe an der Wirbelsäule sowie das Einsetzen von Knie- oder Hüftendoprothesen.
Abrechnung nur mit Zweitmeinung
Die indikationsstellenden Ärzte sollen noch in diesem Jahr im Rahmen eines obligatorischen Verfahrens verpflichtet werden, Patienten aktiv auf das Zweitmeinungsverfahren hinzuweisen. Der Patient wiederum muss sich vor einem Eingriff eine Zweitmeinung einholen. Die Dokumentation dieser Zweitmeinung wird zur Voraussetzung für die Abrechnung.
Mein Beispiel dazu: Ich habe vor vielen Jahren meiner Krankenkasse schätzungsweise 15.000 Euro an Kosten erspart – nicht, weil ich eine Zweitmeinung eingeholt, sondern weil ich auf mein Bauchgefühl gehört habe und eine Behandlung nicht habe durchführen lassen.
Meiner Kasse 15.000 Euro erspart
Was war geschehen? Nach einer Meniskusoperation am linken Knie empfahl mir der Orthopäde, Knorpel in mein Knie einzupflanzen, um zukünftigen Knieproblemen vorzubeugen. Die Vorgehensweise: Knorpel während einer Operation aus meinem linken Knie entnehmen, diesen anschließend künstlich vervielfältigen und danach den Knorpel implantieren.

Meine Krankenkasse (privat) stimmte dem Kostenvoranschlag zu – ich hätte mich operieren lassen können. Allerdings hatte ich keine Schmerzen im Knie und scheute die weiteren Behandlungen nach der Knorpelimplantation, etwa die langwierigen Reha-Maßnahmen.
Ohne OP auch keine Schmerzen
Ich ließ die Operation nicht durchführen und lebe bis heute ohne Beschwerden. Meine Überzeugung: Eine Zweitmeinung durch einen unabhängigen Orthopäden hätte vermutlich ebenfalls davon abgeraten, diese Operation durchzuführen.

Knorpeltransplantationen am Knie sind nicht unumstritten. Sie werden aber häufig durchgeführt – auch, weil Operateure daran gut verdienen. Umso sinnvoller ist es, wenn neutrale Zweitmeinungen Entscheidungen, insbesondere von Operateuren, überprüfen.
Überflüssige Behandlungen einsparen
Die Politik sollte endlich den Mut haben, unser Gesundheitswesen auf eine gesunde Basis zu stellen: Überflüssige Behandlungen abschaffen und dort sparen, wo es wirklich sinnvoll ist.

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Foto Experten: BMG/Xander Heinl: Bundesgesundheitsministerin Nina Warken mit Mitgliedern der FinanzKommission Gesundheit
Illustrationen: Bundesgesundheitsministerium
Fotoporträt Jamin: Fyeo

